Im Visier: Rene Schimanek

In Norbert Hofers Büro im Nationalrat tummeln sich einschlägig bekannte Rechtsextreme. Büroleiter ist niemand geringerer als Rene Schimanek, der mit dem Neonazi Gottfried Küssel zusammen demonstrierte.
12. Juli 2016 |

Der FPÖ-Burschenschafter Norbert Hofer, Ehrenmitglied der Burschenschaft Marko-Germania zu Pinkafeld, umgibt sich gern mit seinesgleichen. Fünf von sieben Mitarbeitern Hofers im Parlament sind auch Mitglieder von deutschnationalen Verbindungen. Sein Büroleiter ist kein Burschenschafter, sondern Rene Schimanek.

Das NRC Handelsblad Rotterdam schrieb zum Antritt der ÖVP/FPÖ-Regierung im Jahr 2000: „Justizminister Michael Krüger scheint bis zu dieser Woche einen Neonazi als parlamentarischen Mitarbeiter in seinen Diensten gehabt zu haben. Bis vorige Woche wurden Journalisten, die mit Krüger sprechen wollten, an seinen Pressesprecher Rene Schimanek verwiesen … Der Vater der Brüder, Hans-Jörg Schimanek sr., ist FPÖ-Politiker und Mitglied der Landesregierung Niederösterreich. Er kaufte für seine Söhne ein altes Gehöft, wo sie Waffen lagerten und paramilitärische Übungen abhielten.“

Bürgerkriegs-Training

Der FPÖ-ler ist mit dem Schlagstock in der Hand auf älteren Fotos im Gefolge seines Bruders Hans-Jörg Schimanek und Gottfried Küssel zu sehen. Sie entstanden 1987, als die braune Küssel-Truppe unter den Augen der untätigen Polizei in Wien drohte, sich mit Holzknüppeln den Weg zu einer linken Demonstration frei zu knüppeln. 1984 gründete Burschenschafter Küssel, nach seiner FPÖ-Kandidatur, die später verbotene VAPO (Volkstreue Außerparlamentarische Opposition). Die VAPO stand inhaltlich für die Aussiedlung von Juden und die Zulassung der NSDAP als Wahlpartei.

Renes Bruder, ein Kader Küssels, organisierte als Ex-Offiziersanwärter des Bundesheeres die paramilitärischen Wehrsportübungen der Kameradschaft Langenlois. Neonazis übten den Staatsstreich inklusive Gurgelschnitt und Nierenstich am politischen Gegner. Renes Beteiligung an Wehrsportübungen sei nur zufällig gewesen. Im Falter Nr. 43/2015 sagte er: „Die Lager, die mein Bruder veranstaltet hat, waren an unserem Wohnort, natürlich habe ich dort vorbeigeschaut.“ Auch Neonazi-Führer Küssel habe er getroffen, „aber als Freundschaft würde ich das nicht bezeichnen.“

Das alles macht ihn noch nicht gefährlich. Zu Recht schrieb Wolfgang Purtscheller in seinem Buch „Die Rechte in Bewegung“: „Wir sehen in diesem Spektrum der auch strategisch denkenden Rechten eine weit größere Bedrohung als in den wehrsportübenden Slapstick-Faschos.“ Rene und sein Vater machten wie andere Exponenten der damaligen Szene – Strache ist der erfolgreichste von ihnen – Karriere in der aufstrebenden Haider-FPÖ.

Und einschlägige Familienclans, wie die von Schimanek oder Gudenus, haben in der FPÖ ihren natürlichen Platz. Das macht sie erst gefährlich!

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