Janelle Monáe: Dirty Computer

Leo Kienmandl präsentiert jeden Monat seine Musiktipps in der Serie „Sounds for Rebels“.
24. Mai 2018 |

Gleich zu Beginn im Titelsong trifft Janelle Monáe auf Brian Wilson von den Beach Boys – bereits jetzt eine der spektakulärsten musikalischen Partnerschaften dieses Jahres! Mit Album Nummer 4, das ziemlich genau zehn Jahre nach dem Debut „Metropolis“ erscheint, hat die Ausnahmekünstlerin einen neuen Qualitätslevel erreicht.

„Dirty Computer“ ist kein Konzeptalbum und keine Suite wie seine Vorgänger, doch zieht sich auch diesmal ein roter Faden durch das Werk: Sie bezieht in allen Liedern Stellung gegen das Patriarchat, gegen Rassismus, Sexismus und Ungerechtigkeit. „If you try to grab my pussy, this pussy grabs you back“ rapt sie etwa in „I Got The Juice”.

Es geht Janelle Monáe um Selbstbehauptung, befreite Sexualität, den political mindstate in Trumps Amerika und natürlich die Zukunft im Verhältnis der Geschlechter. In einem Interview darauf angesprochen, dass sie in ihren aktuellen Videos ungewohnt viel Haut zeigt, erklärt sie: „Ich denke, die Leute sollten aufhören, Frauen zu sagen, was sie mit ihren Körpern machen können. Sie besitzen unsere Körper nicht!“

Musikalisch ist das Album vielschichtiger als alle bisherigen ausgefallen, „funky grooves“ reihen sich an hymnenartige Passagen. Traditionell sind, wie eingangs erwähnt, wieder hochkarätige Gäste an Board, u.a. Pharrell Williams und Zoe Kravitz (Anspieltipp: „Screwed“). Mit „Americans“ schließt das Album mit einer Kampfansage an den täglichen Alltagsrassismus in den USA (Textzitat: „I like my woman in the kitchen, I teach my children superstitions, I keep my two guns on my blue nightstand“).

Abschließend darf nicht unerwähnt bleiben, dass „Dirty Computer“ auch definitiv die Rückkehr des kunstvollen, surrealistischen Plattencovers markiert.

www.jmonae.com