US-Präsident Donald Trump ist in Österreich so unbeliebt wie noch nie – das war er bereits vor dem Krieg gegen den Iran. Für die FPÖ, die ein enges Verhältnis zur MAGA-Bewegung (Make America Great Again) pflegt, ist jedes Aufdecken dieser Verbindungen schmerzhaft. Die FPÖ-Wählerschaft verachtet Trump für seine Dummheit und Kriegstreiberei.
Die Beziehungen zwischen FPÖ und Trump reichen zurück bis zu seiner ersten Amtszeit. FPÖ-EU-Abgeordneter Harald Vilimsky nahm 2016 gemeinsam mit Georg Mayer, Mario Kunasek und Marlene Svazek im Trump Tower an seiner Wahlsiegesfeier teil. Seitdem war Vilimsky mehrfach auf Veranstaltungen der Conservative Political Action Conference (CPAC) und The New York Young Republican Club (NYYRC). Auch Petra Steger, ebenfalls EU-Abgeordnete der FPÖ, war Anfang März auf einer Veranstaltung von Turning Point USA, der Organisation des letzten Jahres ermordeten Rechtskonservativen Charlie Kirk. Es war nicht ihr erster Besuch bei Trumps MAGA-Bewegung. Bereits letztes Jahr war sie als Teil einer größeren Reisegruppe mit AfD-Abgeordneten auf einer Gala der Young Republicans.
Zerstörung der liberalen Ordnung
Wie der Falter vor kurzem recherchierte, gibt es US-amerikanische Pläne, die liberale Ordnung in Europa zu beenden. Gezielt werden in bestimmten Ländern rechte Kräfte unterstützt – so auch in Österreich. So stehen etwa die Trump-Thinktanks Tholos Foundation und Heartland Institute in engem Kontakt mit der FPÖ. Die Zusammenarbeit wurde durch die FPÖ-Nationalratsabgeordnete Barbara Kolm aufgenommen. Unter ihrer Leitung steht auch das Austrian Economics Center, das „Free Market Roadshows“ in Europa und den USA veranstaltet. Dort treffen die MAGA-Bewegung und neoliberale Milliardäre auf europäische Rechtsextreme.
Medien unglaubwürdig machen
Angriffe auf etablierte Medien sind seit Trumps erster Amtszeit ein wichtiger Bestandteil seines politischen Arsenals. Bereits in seiner ersten Amtszeit, von 2017-2021, warf er den großen Medien wie NBC, CNN und Co. vor, „Fake News“ zu verbreiten, griff sie bei jeder Möglichkeit als Volksfeinde an und verbannte gezielt missliebige Berichterstatter von Pressekonferenzen.
Zusätzlich wurden 2025 mehrere Fernsehsender unter Androhung von Förderungskürzungen zu einer für Trump positiveren Berichterstattung erpresst. Dieser Druck führte auch dazu, dass eine Sendung des liberalen Comedians Jimmy Kimmel abgesetzt wurde, nachdem dieser kritisch über den Mord am konservativen Vordenker Charlie Kirk berichtet hatte.
Wie die FPÖ gegen Medien vorgeht
Das Brandmarken unangenehmer Fakten und Medienhäuser als „Fake News“ und „Lügenpresse“ hat die FPÖ von Trump übernommen. Medienanwältin Maria Windhager erklärt in einem Interview das gezielte Vorgehen der FPÖ: „Es geht eindeutig darum, die Glaubwürdigkeit von Qualitätsmedien insbesondere mit den Vorwürfen „Lügenpresse“ und „Systemmedien“ zu erschüttern, um damit kritische Berichte abzuwerten und sich gegen Kritik zu immunisieren. Gerichtliche Klagen oder Klagsdrohungen werden auch von der FPÖ, die reichlich Geld hat, genutzt, um Medien einzuschüchtern. Viele reagieren darauf mit Selbstzensur. Gewisse Themen werden vermieden, um sich nicht weiteren Angriffen auszusetzen.“
Protestbewegungen unterdrücken
Als der Widerstand an US-amerikanischen Universitäten die Komplizenschaft der USA am Genozid in Palästina anprangerte und im ganzen Land Protestcamps entstanden, wurden Aktivist*innen wie Mahmoud Khalil gezielt deportiert und als Antisemiten gebrandmarkt, um ihren legitimen Protest zu untergraben und andere solidarische Menschen einzuschüchtern.
Die massenhaften Abschiebungen von Menschen mit großteils lateinamerikanischen Wurzeln seit letztem Jahr durch die 2003 gegründete Einwanderungspolizei-Einheit ICE (Immigration and Customs Enforcement), befeuerte in vielen amerikanischen Staaten das Entstehen von Graswurzelbewegungen in Solidarität mit den Betroffenen. Das gewaltsame Vorgehen der oft aus der MAGA-Bewegung und faschistischen Gruppen rekrutierten Polizisten soll Angst und Hilflosigkeit verbreiten. Vor Kindergärten und Schulen entführen sie in Kampfmontur mit Maskierung und Sturmgewehren Eltern vor den Augen ihrer Kinder.
Traum von ICE in Österreich
Die FPÖ und Martin Sellner, Anführer der faschistischen Gruppe Identitäre, wünschen sich so eine Einheit auch in Österreich. Während der Schwarz-Blauen Regierung von 2017 bis 2019 konnte Kickl als Innenminister zahlreiche Posten mit Rechtsextremen besetzen und warb gezielt in von FPÖ und Identitären geführten Medien, wie wochenblick.at, unzensuriert.at und info-direkt.eu für neue Polizei-Rekruten. Auch gründete Kickl 2018 mit PUMA eine ICE-ähnliche Polizei-Spezialeinheit, die bis heute an der österreichischen Grenze ihr Unwesen treibt und dort für die „Bekämpfung illegaler Migration“ zuständig ist.
Identitäre und Trump
Sellner sieht die Identitären als Straßentruppe der FPÖ. Ihre Aufgabe ist derzeit, den Worten von Kickl Taten folgen zu lassen und medial die Grenze des Sagbaren zu verschieben. Als Vordenker der Identitären vernetzt sich Sellner nicht nur in Europa. Ab 2016 wurde auf Breitbart News unter dem damaligen Kampagnenchef Trumps, Stephen Bannon, regelmäßig positiv über die Identitären in Österreich berichtet.
Sellners Frau, Brittany, selbst überzeugte Weiße-Nationalistin, ist Beweis der engen Kontakte der Identitären zur sogenannten Alt-Right-Bewegung in den USA. Wie eng die Identitären mit Trumps Bewegung zusammenarbeiten, wurde im Februar wieder klar. Einer von Trumps Chefideologen, Curtis Yarvin, kam für einen Vortrag der Identitären-Tarnorganisation Aktion 451 nach Wien.
Von Beginn an war Sellner bewusst, was Trump für rechtsextreme Kräfte auf der ganzen Welt und besonders in Europa erreichen kann. So schrieb er auf seinem Telegram-Kanal am Tag des Angriffskriegs Israels und der USA: „Aber Trumps Politik in Migration und Identität hat Entscheidendes verändert und zwar in den USA und Europa. Das macht ihn aus Sicht europäischer ethnokultureller Identität & Remigration immer noch zum besten US-Präsidenten.“
Transpersonen als Gefahr
Eine Thematik, die nachweislich aus den USA importiert wurde, ist die Angstmacherei vor Transpersonen und Drag Queens. Aus dem MAGA-Lager kommend, wurden die erfundenen Geschichten von Kindesmissbrauch durch trans* Personen auch in Österreich verbreitet. Vorreiter waren hier wiederum Martin Sellner und die FPÖ Wien unter Dominik Nepp, die gemeinsam zu Aufmärschen gegen Drag Queen Story Hours aufriefen. Dass daraus keine gefährliche Straßenbewegung wurde, ist dem gemeinsamen Widerstand von Linkswende und queeren Aktivist*innen zu verdanken, die sich schützend vor die Villa Vida stellten.
Niemand mag Trump
Umfragen von April und November 2025 zeigten bereits ein deutliches Bild. Drei Viertel der Befragten in Österreich stehen Donald Trump negativ gegenüber, 68% finden seinen Regierungsstil diktatorisch. Engeren Kontakt zu den Republikanern wünschen sich nur 39% der FPÖ-Anhänger*innen. Eine Umfrage kurz vor dem Angriffskrieg auf Iran zeigte, wie grottenschlecht Trump und die USA in Österreich derzeit angesehen werden. Für fast drei Viertel hat sich das Bild nochmals verschlechtert und nicht einmal zehn Prozent hatten ein positives Bild von Trumps Amerika.
Vor diesem Hintergrund sind alle Treffen von FPÖ-Funktionären mit Trumps Vorfeldorganisationen ein zweischneidiges Schwert für Kickl. Die FPÖ profitiert eindeutig von Trumps Normalisierung von Massendeportationen, Einschränkung der Medienfreiheit und der Zerschlagung der liberalen Demokratie in Europa. Über Geldflüsse kann nur spekuliert werden. Deshalb muss die FPÖ unbedingt öffentlich mit Trump in Verbindung gebracht werden. Insbesondere jene Teile der FPÖ-Wählerschaft, die nichts von ihrem faschistischen Projekt und dem Naheverhältnis zwischen Trump und der FPÖ wissen, sollen davon erfahren. Hier können wir einen Keil zwischen Partei und Basis treiben.
Die Beziehungen zwischen FPÖ und Trump reichen zurück bis zu seiner ersten Amtszeit. FPÖ-EU-Abgeordneter Harald Vilimsky nahm 2016 gemeinsam mit Georg Mayer, Mario Kunasek und Marlene Svazek im Trump Tower an seiner Wahlsiegesfeier teil. Seitdem war Vilimsky mehrfach auf Veranstaltungen der Conservative Political Action Conference (CPAC) und The New York Young Republican Club (NYYRC). Auch Petra Steger, ebenfalls EU-Abgeordnete der FPÖ, war Anfang März auf einer Veranstaltung von Turning Point USA, der Organisation des letzten Jahres ermordeten Rechtskonservativen Charlie Kirk. Es war nicht ihr erster Besuch bei Trumps MAGA-Bewegung. Bereits letztes Jahr war sie als Teil einer größeren Reisegruppe mit AfD-Abgeordneten auf einer Gala der Young Republicans.
Zerstörung der liberalen Ordnung
Wie der Falter vor kurzem recherchierte, gibt es US-amerikanische Pläne, die liberale Ordnung in Europa zu beenden. Gezielt werden in bestimmten Ländern rechte Kräfte unterstützt – so auch in Österreich. So stehen etwa die Trump-Thinktanks Tholos Foundation und Heartland Institute in engem Kontakt mit der FPÖ. Die Zusammenarbeit wurde durch die FPÖ-Nationalratsabgeordnete Barbara Kolm aufgenommen. Unter ihrer Leitung steht auch das Austrian Economics Center, das „Free Market Roadshows“ in Europa und den USA veranstaltet. Dort treffen die MAGA-Bewegung und neoliberale Milliardäre auf europäische Rechtsextreme.
Medien unglaubwürdig machen
Angriffe auf etablierte Medien sind seit Trumps erster Amtszeit ein wichtiger Bestandteil seines politischen Arsenals. Bereits in seiner ersten Amtszeit, von 2017-2021, warf er den großen Medien wie NBC, CNN und Co. vor, „Fake News“ zu verbreiten, griff sie bei jeder Möglichkeit als Volksfeinde an und verbannte gezielt missliebige Berichterstatter von Pressekonferenzen.
Zusätzlich wurden 2025 mehrere Fernsehsender unter Androhung von Förderungskürzungen zu einer für Trump positiveren Berichterstattung erpresst. Dieser Druck führte auch dazu, dass eine Sendung des liberalen Comedians Jimmy Kimmel abgesetzt wurde, nachdem dieser kritisch über den Mord am konservativen Vordenker Charlie Kirk berichtet hatte.
Wie die FPÖ gegen Medien vorgeht
Das Brandmarken unangenehmer Fakten und Medienhäuser als „Fake News“ und „Lügenpresse“ hat die FPÖ von Trump übernommen. Medienanwältin Maria Windhager erklärt in einem Interview das gezielte Vorgehen der FPÖ: „Es geht eindeutig darum, die Glaubwürdigkeit von Qualitätsmedien insbesondere mit den Vorwürfen „Lügenpresse“ und „Systemmedien“ zu erschüttern, um damit kritische Berichte abzuwerten und sich gegen Kritik zu immunisieren. Gerichtliche Klagen oder Klagsdrohungen werden auch von der FPÖ, die reichlich Geld hat, genutzt, um Medien einzuschüchtern. Viele reagieren darauf mit Selbstzensur. Gewisse Themen werden vermieden, um sich nicht weiteren Angriffen auszusetzen.“
Protestbewegungen unterdrücken
Als der Widerstand an US-amerikanischen Universitäten die Komplizenschaft der USA am Genozid in Palästina anprangerte und im ganzen Land Protestcamps entstanden, wurden Aktivist*innen wie Mahmoud Khalil gezielt deportiert und als Antisemiten gebrandmarkt, um ihren legitimen Protest zu untergraben und andere solidarische Menschen einzuschüchtern.
Die massenhaften Abschiebungen von Menschen mit großteils lateinamerikanischen Wurzeln seit letztem Jahr durch die 2003 gegründete Einwanderungspolizei-Einheit ICE (Immigration and Customs Enforcement), befeuerte in vielen amerikanischen Staaten das Entstehen von Graswurzelbewegungen in Solidarität mit den Betroffenen. Das gewaltsame Vorgehen der oft aus der MAGA-Bewegung und faschistischen Gruppen rekrutierten Polizisten soll Angst und Hilflosigkeit verbreiten. Vor Kindergärten und Schulen entführen sie in Kampfmontur mit Maskierung und Sturmgewehren Eltern vor den Augen ihrer Kinder.
Traum von ICE in Österreich
Die FPÖ und Martin Sellner, Anführer der faschistischen Gruppe Identitäre, wünschen sich so eine Einheit auch in Österreich. Während der Schwarz-Blauen Regierung von 2017 bis 2019 konnte Kickl als Innenminister zahlreiche Posten mit Rechtsextremen besetzen und warb gezielt in von FPÖ und Identitären geführten Medien, wie wochenblick.at, unzensuriert.at und info-direkt.eu für neue Polizei-Rekruten. Auch gründete Kickl 2018 mit PUMA eine ICE-ähnliche Polizei-Spezialeinheit, die bis heute an der österreichischen Grenze ihr Unwesen treibt und dort für die „Bekämpfung illegaler Migration“ zuständig ist.
Identitäre und Trump
Sellner sieht die Identitären als Straßentruppe der FPÖ. Ihre Aufgabe ist derzeit, den Worten von Kickl Taten folgen zu lassen und medial die Grenze des Sagbaren zu verschieben. Als Vordenker der Identitären vernetzt sich Sellner nicht nur in Europa. Ab 2016 wurde auf Breitbart News unter dem damaligen Kampagnenchef Trumps, Stephen Bannon, regelmäßig positiv über die Identitären in Österreich berichtet.
Sellners Frau, Brittany, selbst überzeugte Weiße-Nationalistin, ist Beweis der engen Kontakte der Identitären zur sogenannten Alt-Right-Bewegung in den USA. Wie eng die Identitären mit Trumps Bewegung zusammenarbeiten, wurde im Februar wieder klar. Einer von Trumps Chefideologen, Curtis Yarvin, kam für einen Vortrag der Identitären-Tarnorganisation Aktion 451 nach Wien.
Von Beginn an war Sellner bewusst, was Trump für rechtsextreme Kräfte auf der ganzen Welt und besonders in Europa erreichen kann. So schrieb er auf seinem Telegram-Kanal am Tag des Angriffskriegs Israels und der USA: „Aber Trumps Politik in Migration und Identität hat Entscheidendes verändert und zwar in den USA und Europa. Das macht ihn aus Sicht europäischer ethnokultureller Identität & Remigration immer noch zum besten US-Präsidenten.“
Transpersonen als Gefahr
Eine Thematik, die nachweislich aus den USA importiert wurde, ist die Angstmacherei vor Transpersonen und Drag Queens. Aus dem MAGA-Lager kommend, wurden die erfundenen Geschichten von Kindesmissbrauch durch trans* Personen auch in Österreich verbreitet. Vorreiter waren hier wiederum Martin Sellner und die FPÖ Wien unter Dominik Nepp, die gemeinsam zu Aufmärschen gegen Drag Queen Story Hours aufriefen. Dass daraus keine gefährliche Straßenbewegung wurde, ist dem gemeinsamen Widerstand von Linkswende und queeren Aktivist*innen zu verdanken, die sich schützend vor die Villa Vida stellten.
Niemand mag Trump
Umfragen von April und November 2025 zeigten bereits ein deutliches Bild. Drei Viertel der Befragten in Österreich stehen Donald Trump negativ gegenüber, 68% finden seinen Regierungsstil diktatorisch. Engeren Kontakt zu den Republikanern wünschen sich nur 39% der FPÖ-Anhänger*innen. Eine Umfrage kurz vor dem Angriffskrieg auf Iran zeigte, wie grottenschlecht Trump und die USA in Österreich derzeit angesehen werden. Für fast drei Viertel hat sich das Bild nochmals verschlechtert und nicht einmal zehn Prozent hatten ein positives Bild von Trumps Amerika.
Vor diesem Hintergrund sind alle Treffen von FPÖ-Funktionären mit Trumps Vorfeldorganisationen ein zweischneidiges Schwert für Kickl. Die FPÖ profitiert eindeutig von Trumps Normalisierung von Massendeportationen, Einschränkung der Medienfreiheit und der Zerschlagung der liberalen Demokratie in Europa. Über Geldflüsse kann nur spekuliert werden. Deshalb muss die FPÖ unbedingt öffentlich mit Trump in Verbindung gebracht werden. Insbesondere jene Teile der FPÖ-Wählerschaft, die nichts von ihrem faschistischen Projekt und dem Naheverhältnis zwischen Trump und der FPÖ wissen, sollen davon erfahren. Hier können wir einen Keil zwischen Partei und Basis treiben.
.
