Tausende demonstrieren gegen Kopftuchverbot

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Größer als erwartet war die Demonstration gegen das Kopftuchverbot für muslimische Schülerinnen am 1. Oktober in Wien. Schüler*innen, Lehrer*innen, Eltern und zahlreiche sich solidarisierende Menschen empörten sich über die rassistische Diskriminierung von Kopftuch-tragenden Musliminnen.

Ein breiter Zusammenschluss von Betroffenen, muslimischen und solidarischen Menschen zog vom Parlament zum Bildungsministerium und Bildungsdirektion und skandierte Slogans wie „Kickl macht die Hetze, Bauer die Gesetze“. Sie benannten das Kopftuchverbot als das, was es ist: ein rassistisches Sondergesetz. Entgegen der Darstellung, die Betroffenen müssten von Seiten der österreichischen Politik emanzipiert werden, bewegten vor allem die Redebeiträge muslimischer Mädchen und Frauen, die über ihre Selbstbestimmung und körperliche Autonomie sprachen. Die Rednerinnen lenkten die Aufmerksamkeit auf die zunehmende Normalisierung von Islamophobie und zogen Parallelen zur schrittweisen Entmenschlichung von Bevölkerungsgruppen vor der Machtübernahme der NSDAP sowie zur österreichischen Apathie gegenüber dem live übertragenen Genozid in Gaza.

Man sollte meinen, dass die Medien, angesichts der zahlreichen Berichte über das Kopftuchverbot an Österreichs Schulen, auch über die erschütternden Übergriffe gegen die Mädchen berichten würden, oder über den Protest dagegen. Es waren aber keine Medien anwesend und man findet keinerlei Berichte über die Demonstration oder darüber, was Mädchen mit Kopftuch seit Inkrafttreten des Gesetzes durchmachen mussten. Ein Mädchen berichtet, es wurde von ihrer Lehrerin angeschrien, sie würde das Land verlassen müssen, wenn sie das Kopftuch nicht endlich ablegt. Andere durften das Klassenzimmer nicht mehr betreten, und wieder andere wurden gleichzeitig von zwei Lehrpersonen beschimpft. Die Liste an unfassbaren Entgleisungen gegenüber den Mädchen ist um vieles länger und zeigt recht deutlich, was die Regierung mit ihrem Gesetz angerichtet hat. Rassismus und Vorurteile brechen nunmehr ohne alle Hemmungen über muslimische Mädchen und ihre Eltern herein.

Für uns alle sollte daher gelten, besonders jetzt aufmerksam zu bleiben und uns gegen jede rassistische Spaltung zu positionieren!

Artikel von Manfred Ecker und Sophie Holzinger